Eine Woche nach Pfingsten, am Dreifaltigkeitssonntag, wird in der Wallfahrtsbasilika die Hauptwallfahrtszeit mit der Öffnung des Blutschreins feierlich eröffnet. Vier Wochen lang bleibt der Blutschrein für tausende Pilger:innen, welche in dieser Zeit zusammen mit der Pilgergruppe oder auch alleine nach Walldürn pilgern , geöffnet, um Kraft am Gnadenaltar zu schöpfen.
Jede angemeldete Pilgergruppe wird während der Hauptwallfahrtszeit möglichst von den Ministranten:innen mit Fahnen und einer Abordnung von Pfarrer oder eines Mitglieds des Pfarrgemeinderates an der Stadtgrenze begrüßt und zur Wallfahrtsbasilika begleitet.
Mit über 100 Andachten, Hoch-, Pilger- und Pontifikalämtern und weiteren spirituellen Angeboten in der Wallfahrtsbasilika und an der Lourdes-Grotte wird das Hl.Blut in dieser Zeit intensiv verehrt. Eine Besonderheit darf nicht unerwähnt bleiben: Hohe geistliche Würdenträger aus den deutschsprachigen Bistümern besuchen das Blutwunder und feiern mit den anwesenden Gläubigen aus Nah und Fern das sonntägliche Hoch - und Pontifikalamt.
Nicht nur an Sonntagen werden in der Hauptwallfahrtszeit besondere Gottesdienste gefeiert, sondern es stehen einige Wallfahrtstage in besonderes Gedenken / Zeichen an die Hl. Blut-Wallfahrt und an frühere Traditionen auf dem Wallfahrtsprogramm.
Die vierwöchige Hauptwallfahrtszeit umfasst insgesamt fünf Wallfahrtssonntage. An jedem dieser Sonntage findet, neben den zahlreichen Pilgermessen, immer um 09.30 Uhr ein feierliches Pontifikalamt statt.
Dabei kommen hohe kirchliche Würdenträger aus den verschiedensten Diözesen und Bistümern nach Walldürn, um mit den Pilgerinnen und Pilgern aus Nah und Fern die Heilige Messe zu feiern. Festlich umrahmt werden diese Gottesdienste immer von wechselnden Chören und Orchestern aus Walldürn.
Aus einem eigens für diese Blutandacht erstellten Andachtsbüchlein werden die Texte und Lieder entnommen. Viele Pilgerinnen und Pilger singen dabei immer gerne die Anrufe: „Blut Christi, wir rufen zu Dir!“, deren Melodie mit dem Walldürner Gnadenort Zum Kostbaren Blut mittlerweile unzertrennbar geworden ist. Nach der Andacht zu Ehren des Heiligen Blutes werden meist die Andachtsgegenstände geweiht und oftmals auch anwesende Pilgergruppen feierlich verabschiedet.
Schon sehr früh an diesem Tag, bereits ab 4:00 Uhr morgens, machen sich die Musiker der Odenwälder Trachtenkapelle auf, die Türme der Basilika zu erklimmen und den traditionellen Weckruf mit den beiden "Hl. Blut-Liedern" zu spielen. Um 5.00 Uhr treffen sich eine ganze Reihe von Frauen und Männern, die die vier Altäre in Walldürn für die Fronleichnamsprozession schmücken. Wunderbare Blumenteppiche werden dabei kreiert und verleihen diesem Tag einen ganz besonderen Glanz. Vor allem der Blumenteppich am Wallfahrtsplatz ist in besonderer Weise geziert und bildet für alle Pilger ein beliebtes Fotomotiv.
Um 9.00 Uhr findet der feierliche Gottesdienst in der Basilika statt und im Anschluss daran die Prozession durch die Wallfahrtsstadt, unter der Mitnahme der Monstranz und des Blutschreins. Zahlreiche Walldürner Vereine, Institutionen, die Kommunionkinder, die Bundeswehr, sowie die kirchlichen und politischen Vertreter der Stadt nehmen an diesen Feierlichkeiten teil und verleihen diesem Tag einen würdigen Rahmen.
Aufgrund der Baumaßnahmen am Stadt- und Wallfahrtsmuseum ergibt sich für die Prozession folgende Wegstrecke:
Start: Hauptportal über Ausgang Marienaltar (Burgstr.) - Schlossplatz - Am Plan - Volksbank Franken (Adolf-Kolping-Str.) (1.Altar) - Grundschule (Keimstr.) (2.Altar) - Am Plan (3.Altar) - Schlossplatz - Wallfahrtsplatz (4.Altar)
Tausende Pilgerinnen und Pilger strömen an diesem Gedenktag zu Ehren des Kostbaren Blutes zum Gnadenort in den Odenwald um am Pontifikalamt, sowie der anschließenden Blutprozession teilzunehmen. An diesem Tag weilt meist der Erzbischof der Diözese Freiburg oder einer seiner Weihbischöfe in Walldürn, die mit rund 40 weiteren Priestern und Diakonen die Heilige Messe feiern.
Ähnlich wie an Fronleichnam beginnt das feierliche Pontifikalamt bereits um 09.00 Uhr. Im Anschluss daran verläuft die Prozession durch die festlich geschmückte Wallfahrtsstadt, die dann wieder am Wallfahrtsplatz ihren Abschluss findet. Auch an diesem Tag beeindrucken die zahlreich gelegten Blumenteppiche an den Freialtären und Häusern entlang des Prozessionsweges.
Rundfunk und Fernsehen berichten jährlich über dieses für Walldürn und die gesamte Region herausragende kirchliche Ereignis und der Zuspruch und das Interesse für diesen Wallfahrtstag haben über Jahrzehnte hinweg, auch im heutigen 21. Jahrhundert, nichts an ihrer Aktualität verloren.
Mit der großen Lichterprozession, am Abend dieses Tages, geht jedes Jahr ein eindrucksvoller und emotionaler Wallfahrtstag zu Ende, der bei den Gläubigen sicherlich noch lange nachwirken wird.
Aufgrund der Baumaßnahmen am Stadt- und Wallfahrtsmuseum ergibt sich die geänderte Wegstrecke von Fronleichnam
Besonders aber die Bitte um die Kranken, Behinderten und all die älteren Menschen, die nicht mehr nach Walldürn kommen können, nimmt einen zentralen Platz in den Anliegen der Angehörigen ein. In der dritten Wallfahrtswoche findet dazu am Dienstag der Walldürner Krankentag und am Donnerstag darauf, dem so genannten Kleinen Blutfeiertag, der Krankentag mit der Antoniusfeier statt.
An beiden Tagen wird die Krankensegnung erteilt und der Blutschrein wird am Nachmittag dieser beiden Tage, nach der Blutandacht, aus dem Sandstein- und Alabaster-Altar herausgenommen und in der Mitte der Basilika, vor dem Hochaltar, für die Kranken erreichbar aufgestellt.
Darum wird auch bis heute noch der Tag der Hl. Rita, zusammen mit dem Wallfahrtstag um geistliche Berufe, immer am Donnerstag in der vierten Wallfahrtswoche gefeiert. Vor dem Hochaltar wird hierzu extra ein Anbetungsaltar mit der Statue der Heiligen Rita aufgebaut. Insgesamt rund 3.000 Rosen zieren diesen Bereich, der für die Pilgerinnen und Pilger, sowie auch für die einheimische Bevölkerung jedes Jahr ein wunderbarer Anblick ist.
Nach dem Hochamt am Morgen, Beginn um 09.30 Uhr und der Heilig-Blut-Andacht um 14:00 Uhr am Nachmittag findet die Rosenweihe statt. Danach werden die Rosen an die vielen Menschen ausgeteilt, die sich mit einer Spende dafür bedanken. Einen ganz besonderen und emotionalen Höhepunkt erfahren die Kirchenbesucher dann, wenn der Sologesang mit dem Lied der Hl. Rita erklingt und vom Gewölbe des Mittelschiffes der Wallfahrtsbasilika die getrockneten Rosenblätter herunterfallen. Auch diese Blätter werden gerne aufgelesen und zur Erinnerung an einen unvergessenen Wallfahrtstag mit nach Hause genommen.








